EINE STIMME – Niels Ruf

„Staatsfeind Nummer 1“, „TV-Terrorist“, aber auch Charity WohltĂ€ter. Der ehemalige Viva-Moderator und Fernsehunternehmer Niels Ruf wird gerne in Extremen wahrgenommen – was nicht zuletzt auch daran liegt, dass er selber meist außerhalb des gewohnten Mittelmaßes agiert. Das mag fĂŒr seine GĂ€ste in der Niels Ruf Show unangenehm gewesen sein, uns bei EINE STIMME kommt das aber sehr gelegen – wir stehen auf Klartext.

Als Moderator der ZDF Show „X Base“ 21jĂ€hrig und mit Kurt Cobain-Gedenkfrisur gestartet, hat Ruf in seiner Laufbahn so ziemlich alle Regeln gebrochen, die es im deutschen Fernsehen zu brechen gibt. So installierte er in seiner VIVA-Show Kamikaze das „KamikĂ€tzchen“, eine leichtbekleidete Frau, die sich dekorativ, aber sinnfrei, im Hintergrund rĂ€kelt oder stellte Miss Germany Teilnehmerinnen, die in den letzten Jahren anscheinend mehr an Ihrer Taille-HĂŒft Ratio als an ihrer Bildung gearbeitet hatten, mit einfachsten Fragen bloß. Generell bewegt sich Ruf gekonnt und gerne auf dem schmalen Grad zwischen Sexismus und Satire, was dem, in eigenen Worten „missverstandenen Feminist“, auch gerne mal den Drink seiner Interviewpartner im Gesicht anstatt der erhofften Antwort einbringt.

Doch Ruf ist nicht nur provokativ, sondern auch Ă€ußerst produktiv: Er erfand die erste Talkshow mit Brillenkamera (Looki Looki), persiflierte fĂŒr Arte in der Mockumentary „Josef Gyrls – Tochter der Freiheit“ den Prototyp des KĂŒnstlers oder erwirtschaftete mit einem Charity Fotoprojekt ĂŒber 50.000€ fĂŒr die Stiftung „Operation Smile“.

Da steckt anscheinend dann doch ein weiches Herz hinter der harten Fassade. Das zeigt sich im Interview, wenn der Profi-Provokateur sich in unserem Video Gedanken ĂŒber Kita-PlĂ€tze macht oder sich freut wie ein kleines Kind, dass radikale Islamisten unserem schwulen Außenminister qua seines Amtes die Hand schĂŒtteln mĂŒssen. Niels Ruf, Familienminister der Herzen – Danke fĂŒr Dein Interview!

Sag uns deine Meinung: